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LIV BADEN-WÜRTTEMBERG
Qualitätshandwerk mit Traditionsbewusstsein

Reformieren des Reformierens wegen?

Reformieren des Reformierens wegen?

Die eingeleitete Reform zum Bürokratieabbau und die damit verbundene Deregulierung des Schornsteinfegerhandwerks wird bei dem Bürger keine Akzeptanz finden, weil für ihn damit der Abbau der flächendeckenden und kostengünstigen Sicherheit einhergeht. Es sei denn, es wird aufgezeigt, dass der Bürger, der Staat und das Schornsteinfegerhandwerk durch die beabsichtigte Reform längerfristig und dauerhaft Vorteile zu erwarten haben.

Reformieren des Reformierens wegen?

Die eingeleitete Reform zum Bürokratieabbau und die damit verbundene Deregulierung des Schornsteinfegerhandwerks wird bei dem Bürger keine Akzeptanz finden, weil für ihn damit der Abbau der flächendeckenden und kostengünstigen Sicherheit einhergeht. Es sei denn, es wird aufgezeigt, dass der Bürger, der Staat und das Schornsteinfegerhandwerk durch die beabsichtigte Reform längerfristig und dauerhaft Vorteile zu erwarten haben. Aber genau hier klafft eine große Lücke, die nur mit dem Verzicht der bisher gewährten Sicherheit für den Bürger einerseits und weiteren finanziellen Belastungen für den Bürger und Staat andererseits geschlossen werden kann.

Warum die Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit trotz dieser auch ihnen vorliegenden Kenntnis weiterhin an einem wettbewerbsorientierten System im Schornsteinfegerhandwerk festhalten, ist für die Fachwelt nicht nachvollziehbar.

Das Argument, die neutrale, unabhängige und fachlich gute Betreuung aller Feuerungsanlagen hinsichtlich der Betriebs- und Brandsicherheit sowie des Umweltschutzes bleibe im Wettbewerb erhalten, lässt sich nur als utopische Träumerei bezeichnen.

Die Realität wird sein: Damit der vorhandene Kundenstamm und damit auch das Einkommen gehalten werden kann, wird sich kein so genannter qualitativ hochwertiger Wettbewerb entwickeln! Das vorhandene hohe und von anderen europäischen Staaten angestrebte Sicherheitssystem geht zweifelsfrei verloren.

Auch das weitere gern ins Feld geführte Argument ?Wettbewerb schafft günstigere Preise? hat sich doch in Deutschland und im europäischen Ausland in der Vergangenheit nicht bewahrheitet. Genügend Beispiele zeigen diese Fehleinschätzung auf. Wollen die politischen Vertreter den Bürger wirklich glauben machen, dass sich die Entwicklung nun ausgerechnet beim Schornsteinfegerhandwerk ins Gegenteil umkehrt?

Des Weiteren lassen die akuten Finanzprobleme von Bund und Ländern keine weitere finanzielle Kostenübernahme zu, die zwangsläufig beim ?freien Wettbewerb? im derzeitigen Schornsteinfegersystem entsteht.

Auch die gern vorgebrachte ?Drohung der EU-Kommission? entbehrt der Glaubwürdigkeit, denn die Vertreter der EU-Kommission haben immer wieder betont, dass die EU nicht zum Generalangriff gegen das deutsche Schornsteinfegerhandwerk angetreten ist. Auch der jetzt in Deutschland angestrebte Wettbewerb im Schornsteinfegerhandwerk wurde von der EU-Kommission weder gewünscht noch gefordert.

Allein die hier aufgeführten Argumente, die den Verantwortlichen im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit seit Beginn der Reformdiskussion bekannt sind, zeigen auf, dass der Staat keinen Spielraum in der sich abzeichnenden wirtschaftlichen und finanziellen Situation hat. Mit angeblichen Forderungen der EU-Kommission lassen sich die angedachten Umsetzungen auch nicht begründen.

Es wird den Vertretern der Politik schwer fallen, den Bürger von der Sinnhaftigkeit der Deregulierung des Schornsteinfegerhandwerks im Zuge der Reform zum Bürokratieabbau zu überzeugen.

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